Der Zugang zu Land im Süden

DAS LAND: QUELLE DES LEBENS,

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Ohne Land keine Landwirtschaft. Überall auf der Welt kämpfen Bäuerinnen und Bauern gegen den Ausverkauf ihrer fruchtbaren Felder. Viel zu oft gelangen landwirtschaftliche Nutzflächen in die Hände multinationaler Unternehmen, die den Boden ausbeuten oder durch Monokulturen zerstören. Häufig dienen sie nicht der Produktion von Nahrungsmitteln, sondern von Tierfutter und Agrotreibstoffen.

NICHT DES PROFITS!

Der Zugang zu Land im Süden

Ernährungssouveränität ist auf den Zugang zu Land angewiesen: Der soziale Frieden, das ökologische Gleichgewicht, die Prosperität bäuerlicher Landwirtschaft werden so gestärkt – um alle zu ernähren!

Landgrabbing, Verschmutzung, Erosion, Versalzung… Ein Drittel der Ackerflächen könnte schon bald nicht mehr frucht- und damit kultivierbar sein. Und die Not wird nicht kleiner. Auf der ganzen Welt kaufen Unternehmen, Staaten und lokale Eliten Landflächen in der Grösse von mehreren hundert bis zu einer Million Hektaren. Nach den jüngsten Finanz- und Nahrungsmittelkrisen und vor dem Hintergrund des Klimawandels ist Land zu einer sicheren Quelle des Profits auf Kosten der Bauernfamilien geworden. Die neuen BesitzerInnen kaufen spottbillig Land oder erhalten es gratis im Austausch gegen Investitionsversprechen oder soziale Gegenleistungen, die in den meisten Fällen nicht eingelöst werden. Oftmals dient das Land nicht mehr der Ernährung der Lokalbevölkerung, sondern um Futtermittel oder Agrotreibstoff für den Export zu produzieren.

Widerstand gegen Landgrabbing in Westafrika
Um dieses Problem zu lösen, handeln AktivistInnen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene: Verwaltungen werden angeschrieben, Plädoyers verfasst, Verhandlungen mit InvestorInnen geführt, Protestmärsche organisiert und auf juristischer Ebene gekämpft…

Soziale und bäuerliche Bewegungen haben sich zur Convergence globale des luttes pour la terre et l’eau zusammengeschlossen. Im März 2016 hat die Dachorganisation eine Karawane zu den Themen Boden, Wasser und bäuerliches Saatgut in Westafrika organisiert. Durch den Event konnten die Behörden zahlreicher Länder sensibilisiert und mehrere Hundert AktivistInnen in Westafrika mobilisiert werden.

In Burkina Faso unterstützt E-CHANGER die Fédération Nationale des Organisations Paysannes (FENOP), die die Interessen der bäuerlichen, familiären Landwirtschaft vertritt. Die FENOP veröffentlicht zweimal im Jahr ein Bulletin, das sich an die bäuerlichen Organisationen richtet und zum Ziel hat, Synergien zu kreieren und über das Konzept der Agrarökologie zu informieren. Vermitteln und informieren: zwei Pfeiler im Kampf gegen Landgrabbing.

In Benin unterstützt Brot für alle die Gewerkschaft Synergie paysanne. Die Gewerkschaft engagiert sich bei der Ausarbeitung des neuen Bodenrechts, das den Bäuerinnen und Bauern zugutekommen soll. Synergie paysanne unterstützt auf juristischer Ebene Gemeinschaften, deren Land illegal enteignet wurde. Ohne diese Hilfe hätten die Gemeinschaften keine Chance, von den mächtigen Eliten gehört zu werden.

Zahlreiche Organisationen stellen auch Anfragen an Schweizer Behörden und an die internationale Gemeinschaft und fordern, dass ihre Unternehmen die Menschenrechte respektieren und die Bestrebungen zur Realisierung von Ernährungssouveränität fördern. Die Schweizer Bauerngewerkschaft Uniterre und NGOs wie Brot für alle oder Fastenopfer engagieren sich zusammen mit ihren PartnerInnen im Süden für eine UN-Deklaration, die die Rechte der Bäuerinnen und Bauern schützt.

Glossar

Monokultur:
Methode, bei der im Gegensatz zur Mischkultur nur eine Pflanzenart auf einem Feld angebaut wird, meist auf grossen Flächen. Z.B. Monokultur von Ölpalmen oder Weizen.

Landgrabbing (engl.):
Aufkauf von grossen Landflächen  durch ausländische Staaten und Investoren.

Ackerfläche:
Boden, der gepflügt und bepflanzt werden kann. Im Gegensatz zu z.B. Waldweiden.

Agrotreibstoffe:
Flüssiger Treibstoff, der aus meist pflanzlichem oder tierischem Material der Landwirtschaft stammt, im Gegensatz zu fossilem Treibstoff (Öl, Gas).