Lebendige Böden pflegen in der Schweiz

DER BODEN LEBT,

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WIE SCHÜTZEN UND ERHALTEN WIR IHN?

Dank ihrer Methoden schont die Agrarökologie die Umwelt. Sie schützt die Bodenlebewesen, ohne die es keine Landwirtschaft gäbe.  Natürlicher Dünger ernährt nicht nur die Pflanzen, sondern auch nützliche Organismen im Kampf gegen Parasiten und Krankheiten.

Lebendige Böden pflegen in der Schweiz

Durch eine sanftere Bodenbearbeitung werden die Bodenlebewesen geschont und durch natürliche Dünger gestärkt. Die bäuerliche Landwirtschaft schützt damit nicht nur den Boden, sondern auch die Umwelt.

 – Eine schonende, Bearbeitung bringt Luft in den Boden, ohne die langsam aufgebaute Bodenstruktur zu zerstören.

 – Natürliche Dünger, z.B. Mist oder pflanzliche Rüstabfälle, versorgen nicht nur die Kulturen mit den nötigen Nährstoffen, sondern auch die Bodenlebewesen. Sie helfen beim Aufbau von Humus.

 – Nützlinge wie Marienkäfer oder Bakterien sind wichtig. Sie helfen auf natürliche Weise, schädliche Insekten und Krankheiten im gesunden Gleichgewicht zu halten und den Einsatz synthetischer Pestizide, welche der Bodenfruchtbarkeit schaden, zu vermeiden.

– Eine geschickte Fruchtfolge und Mischkulturen vermeiden die Ansammlung von Pflanzenkrankheiten und Parasiten. Verschiedene Pflanzen brauchen unterschiedliche Mengen an Nährstoffen. Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen) ziehen nicht nur Nährstoffe aus dem Boden, sondern nähren ihn sogar mit Stickstoff aus der Luft. Durch eine geschickte Fruchtfolge wird eine Auslaugung des Bodens vermieden.

– Auch sogenannte Unkräuter können nützlich sein. Gewisse Pflanzen können z.B. Nützlinge anziehen oder Schädlinge abhalten.

Die heutige Agrarpolitik und die Lerninhalte an landwirtschaftlichen Schulen propagieren eine Produktionssteigerung und eine Ertragsmaximierung – noch mehr Karotten pro Hektar, noch mehr Milch pro Kuh. Die industrielle Landwirtschaft hat sich von der Natur gelöst und ist angewiesen auf Produktionsmittel, Investitionen von Dritten und billige, kaum gewürdigte Arbeitskräfte. Das Ergebnis sind standardisierte Massenprodukte.
Die obengenannten sanften Techniken hingegen verringern das Risiko von Ernteausfällen durch Epidemien und Schädlinge. Sie sind eine Investition in die Zukunft, indem sie den Boden schonen und Humus aufbauen.
Der Boden, auf dem wir leben, ist keine Ware. Er ist nicht austauschbar und deshalb lohnt es sich, ihn zu schützen. Ernährungssouveränität hat zum Ziel, das Kulturland zu bewahren – nicht nur gemessen an den kultivierten Hektaren, sondern auch an der Fruchtbarkeit des Bodens. Dabei liegt die Verantwortung nicht allein bei den Bäuerinnen und Bauern, sondern auch bei den KonsumentInnen: Indem wir unsere Nahrungsmittel von nachhaltigen Bauernhöfen beziehen, schützen wir auch den Boden.

Glossar

Nährstoffe:
Elementare Stoffe, die in den Lebensmitteln oder der Natur vorhanden und für die Lebewesen unabdingbar sind. Z.B. Wasser, Vitamine, Proteine und Mineralsalze. Sie können direkt ohne chemische Veränderung durch die Organismen aufgenommen werden.
 
 Humus:
Oberste Bodenschicht. Entsteht bei der Zersetzung von organischem Material (z.B. Pflanzenreste) hauptsächlich durch die Tätigkeit von Tieren, Bakterien und Bodenpilzen. Humus ist weich, gut durchlüftet und kann viel Wasser aufnehmen.
 
 Nützlinge:
Nützliche Organismen (z.B. Marienkäfer), die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, um Kulturen vor Schädlingen zu schützen oder Pflanzen zu bestäuben.
 
Pestizide, synthetische:
Chemisch hergestellte Produkte, die in den Kulturen v.a. gegen Unkraut (Herbizid), Krankheiten (bei Pilzen: Fungizid) und Insekten (Insektizid) eingesetzt werden.
 

Mischkultur:

Anbaumethode, bei der verschiedene Kulturpflanzen auf dem gleichen Feld angebaut werden und die sich gegenseitig unterstützen.
 
Schädlinge:
Tiere, Pilze, Bakterien und Viren, die Kulturen schädigen.