Eine gesunde Ernährung für die Schweiz

WENN WIR SIND, WAS WIR ESSEN,

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WARUM NICHT GESUND ESSEN?

Wir wollen alle gesund sein. Eine gesunde Ernährung ist wichtiger als Arztbesuche und Sport. Im Konzept der Ernährungssouveränität lautet daher die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft, die Bevölkerung mit gesunden Nahrungsmitteln zu versorgen. Warum also nicht beim Bauernhof direkt einkaufen und dank seiner ökologischen Produkte gesund bleiben?

Eine gesunde Ernährung für die Schweiz

Jeder Mensch hat das Recht auf eine ausreichende, gesunde und angemessene Ernährung. Das ist ein von der UNO anerkanntes Grundrecht.

Unsere Ernährungsweise ist globalisiert, ebenso die Produktion der Nahrungsmittel. Auch die Schweizer Landwirtschaft ist stark davon betroffen. Schweizer Fleisch z.B. ist zwar im Trend, aber in diesem Fleisch steckt nicht nur Gras von der Alp, sondern auch viel Soja, das als Futtermittel aus Südamerika importiert worden ist. Dies stammt nicht aus einer ökologischen, bäuerlichen Landwirtschaft, sondern wird unter grossem Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden hergestellt.
Die industrielle Verarbeitung – mit Konservierungsstoffen und anderen Zusätzen – und die weiten Transporte mindern die Qualität dessen, was wir am Ende essen. Stark verarbeitete Lebensmittel sind überall erhältlich, frische Nahrungsmittel hingegen werden rarer und der Zugang zu gesunder Nahrung ist für einen Grossteil der Bevölkerung erschwert. Grossverteiler zeigen in ihrer Werbung zwar die heile Bauernwelt, fördern jedoch meist grosse Strukturen und eine industrielle Lebensmittelherstellung.
Im Gegensatz zu anderen Ländern hat sich die Schweiz in mehreren Abstimmungen gegen Gentechnik in Nahrungs- und Futtermitteln ausgesprochen. Es waren Entscheide gegen die Risiken für Gesundheit und Umwelt. Die Schweizer Bevölkerung steht mit diesen Voten zu ihrer bäuerlichen, vielfältigen und ökologischen Landwirtschaft.
Aber es braucht mehr als den Verzicht auf Gentechnik: Eine biologische, lokale und saisonale Produktion versorgt die Bevölkerung mit gesunden und ökologischen Nahrungsmitteln. Die mit viel Handarbeit verarbeiteten Produkte aus der Region fördern die lokale Wirtschaft. Und kurze Wege vom Bauernhof auf den Teller sind von Grund auf ökologisch.

Eine Landwirtschaft für den Menschen
Martine Meldem, Bäuerin in Apples (VD), erklärt:
«Wir sind das Fundament einer qualitativ hochstehenden Ernährung, auch dank unserer vielfältigen Produktion: Mein Freund hat auf Bio umgestellt, ich betreibe Direktverkauf, du ziehst mit deiner Herde auf die Alp, der Nachbar baut Wein an, wir ernten Früchte, ihr produziert Gemüse, zusammen sind wir stark! So ist das Wesentliche auf dem Teller. Aber wenn wir nicht aufpassen, landet bald alles Mögliche auf unseren Tellern! Ein Beispiel: SaatgutzüchterInnen versuchen ihren Weizen mit immer mehr Gluten zu züchten. Um industrielle Teigwaren herzustellen sind nämlich genau solche Eigenschaften notwendig. Fügt man dem Teig zudem noch chemische Zusatzstoffe bei, geht er viel rascher auf und das Brot ist viel schneller gebacken. Aber die Natur hat ihre Gründe: ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung entwickelt Allergien und Intoleranzen. […] Die richtige Lösung, die die Natur respektiert, produziert Getreide, das dem Energiewert entspricht, den wir brauchen. So wie wir es immer getan haben und wie wir es heute noch tun auf unseren Bauernhöfen und in der handwerklich geführten Bäckerei..»

Für La Via Campesina, die internationale Bewegung der Bäuerinnen und Bauern, steht genau diese Qualität der Nahrungsmittel im Zentrum der Ernährungssouveränität. Sie bezeichnet «das Recht der Völker und Gemeinschaften auf genügend gesunde und kulturell angepasste Nahrung, nachhaltig und unter Achtung der Umwelt hergestellt.»

Glossar

Pestizide, synthetische:
Chemisch hergestellte Produkte, die in den Kulturen v.a. gegen Unkraut (Herbizid), Krankheiten (bei Pilzen: Fungizid) und Insekten (Insektizid) eingesetzt werden.
 
Gentechnik, gentechnisch:
Forschungs- und Experimentiermethode mit Genen. Sie umfasst die Veränderung und Neuzusammensetzung von DNA.