Eine gesunde Ernährung im Süden

EINE GESUNDE ERNÄHRUNG

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FÜR ALLE

Kern der Ernährungssouveränität im Süden ist der Zugang zu gesunden und hochwertigen Nahrungsmitteln. Eine ausgewogene Ernährung bildet für Erwachsene die Grundlage einer guten Gesundheit. Für Kinder steht mehr auf dem Spiel: Ausgewogene Ernährung garantiert eine gesunde Entwicklung. Der Zugang dazu ist Voraussetzung, um andere Rechte wahrnehmen zu können, etwa das Recht auf Bildung.

Eine gesunde Ernährung im Süden

In Westafrika trotzt man klimatischen und landwirtschaftlichen Herausforderungen mit Projekten, die eine lokale, vielfältige Produktion fördern.

Die Länder des Sahels wie Burkina Faso und Mali sind klimatischen Schwankungen stark ausgesetzt. Die Mehrheit der Bevölkerung besteht aus ViehzüchterInnen, Bäuerinnen und Bauern; die Herausforderungen in der Landwirtschaft sind zahlreich. Die Produktion von gesunden Nahrungsmitteln und die Förderung einer ausgewogenen Ernährung sind Teil der Lösungen!

Mali: Schule auf dem Bauernhof
In Mali hat der einheimische Verein Terres Jaunes dank Unterstützung der Genfer-NGO Tourism for Help eine Schule auf dem Bauernhof eröffnet, die Jugendliche in Agrarökologie ausbildet. Ziel ist, ökologische Prinzipien bei der Gestaltung landwirtschaftlicher Systeme anzuwenden. Die Produktion soll dank Artenvielfalt und angepassten Anbaumethoden gefördert werden. Die Schule auf dem Bauernhof in Benkadi Bugu verfügt über zehn Hektaren Land, wovon eine Hektare für den Gemüseanbau reserviert ist. Die einjährige Ausbildung richtet sich an junge Erwachsene und ermöglicht den TeilnehmerInnen, sich mit Agrarökologie vertraut zu machen. Sie alternieren zwischen Lernmodulen in der Schule und der Anwendung des Gelernten auf ihren eigenen Höfen. Dieser Wechsel erlaubt nicht nur, das Erlernte zu testen, sondern es auch mit Bäuerinnen und Bauern des Dorfes zu teilen. Die Ausbildung besteht aus verschiedenen Modulen: Gemüseanbau, Kleintierhaltung, Trockenkulturen, natürliche Düngung und Schädlingsbekämpfung sowie Agroforstwirtschaft. Die Erhaltung und Förderung einheimischer Hühner-Rassen hat in Benkadi Bugu Tradition.

Burkina Faso: zuhause und in der Schule «lokal essen»
Drei burkinische Organisationen, unterstützt durch Terre des Hommes Suisse, haben ein Programm zur Unterstützung der Ernährungssicherheit in der Provinz Boulkiemdé ins Leben gerufen. Ziel ist, das Recht auf Nahrung zu stärken und Unterernährung bei Kindern zu bekämpfen. Das Programm, das in 40 Gemeinden umgesetzt wird, ermöglicht den Bauernfamilien und ihren Familienmitgliedern, insbesondere den Kindern, eine gesunde Ernährung. Es unterstützt nicht nur die landwirtschaftliche Produktion von Grundnahrungsmittel, sondern fördert Gemüsegärten, die zu einer reichhaltigen Ernährung beitragen. Zudem werden Workshops und Kochvorführungen mit lokalen Produkten organisiert, um eine ausgewogene Ernährung für die Jüngsten zu fördern. Seit einigen Jahren hat die Wertschätzung und Wiederentdeckung traditioneller Nahrung auch in Schulkantinen Fuss gefasst.


Glossar

Agrarökologie, agrarökologisch:
Begriff, der eine wissenschaftliche Disziplin, eine soziale Bewegung oder eine landwirtschaftliche Praxis beschreibt. Die drei Aspekte interagieren miteinander und berücksichtigen die dem geografischen Gebiet eigenen Bedingungen.
 
Agroforstwirtschaft:
landwirtschaftliche Anbaumethode, die Gehölze mit anderen Kulturen oder Weideland kombiniert.
 
Ernährungssicherheit:
Alle Menschen müssen jederzeit Zugang zu einer ausreichenden, gesunden und angemessenen Ernährung haben. Es handelt sich dabei um ein von der UNO anerkanntes Grundrecht.